Wissen & Begriffe
Nachschlagewerk zu Immobilien-Investments: die wichtigsten Strategien, alle relevanten Begriffe rund um Kauf, Miete, Finanzierung und Steuer sowie häufige Fragen. Ein guter Startpunkt, bevor du deine erste kostenlose Kalkulation anlegst.
Strategien
Buy & Hold
Kaufen und langfristig vermieten
Die klassische Strategie zum Vermögensaufbau mit Immobilien und der Schwerpunkt dieses Tools. Du kaufst eine Immobilie und vermietest sie über viele Jahre. Dein Vermögen wächst aus vier Quellen: den Mieteinnahmen (Cashflow), der Tilgung (dein Mieter zahlt einen Teil des Kredits ab), der Wertsteigerung und den Steuervorteilen (v. a. die AfA). Der Fokus liegt auf einem tragfähigen Cashflow und Geduld – Zeit und Zinseszins arbeiten für dich. Risiken: Zinsänderung bei der Anschlussfinanzierung, Leerstand und unerwartete Instandhaltung.
Fix & Flip
Kaufen, sanieren, mit Gewinn verkaufen
Du kaufst eine sanierungsbedürftige Immobilie unter Wert, wertest sie zügig auf und verkaufst sie mit Gewinn weiter. Es geht um schnellen Kapitalumschlag statt um laufende Miete. Wichtig: Beim Verkauf innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist ist der Gewinn steuerpflichtig, und wer in kurzer Zeit mehrere Objekte handelt (3-Objekt-Grenze), gilt als gewerblicher Grundstückshändler. Dazu kommen Sanierungs- und Marktrisiken. Höhere Renditechance, aber deutlich aktiver und riskanter als Buy & Hold.
BRRRR
Buy, Rehab, Rent, Refinance, Repeat
Eine Skalierungsstrategie: Du kaufst günstig ein (Buy), sanierst (Rehab), vermietest (Rent) und finanzierst die dann höher bewertete Immobilie neu (Refinance), um einen Teil deines Eigenkapitals wieder herauszuziehen – und wiederholst das Ganze (Repeat). So baust du mit vergleichsweise wenig gebundenem Eigenkapital ein Portfolio auf. Voraussetzung ist eine echte Wertsteigerung durch die Sanierung und eine mitspielende Bank. Kombiniert Elemente aus Fix & Flip (Aufwertung) und Buy & Hold (Halten).
Begriffe von A–Z
Häufige Fragen
Als Minimum solltest du die Kaufnebenkosten (~7–12 % des Kaufpreises) aus Eigenkapital bezahlen, damit die Bank nicht mehr als den Kaufpreis finanziert. Häufig empfohlen werden 20–30 % des Kaufpreises plus ein Liquiditätspuffer. Eine Voll- oder 100-%-Finanzierung ist möglich, erhöht aber Rate, Zins und Risiko deutlich.
Ein positiver oder zumindest ausgeglichener Cashflow nach Steuern gilt als solide – die Immobilie trägt sich dann selbst. Ein leicht negativer Cashflow kann durch Tilgung, Wertsteigerung und Steuervorteile trotzdem zu einem guten Investment führen, bedeutet aber, dass du monatlich Geld zuschießen musst und mehr Risiko trägst.
Kann sie – wenn Tilgung, Wertsteigerung und Steuerersparnis den monatlichen Zuschuss überwiegen (siehe Kennzahl „Vermögenszuwachs"). Voraussetzung: Du kannst den Zuschuss dauerhaft leisten und deine Annahmen (v. a. Wert- und Mietsteigerung) sind realistisch. Vorsicht vor schöngerechneten Prognosen.
Die Bruttomietrendite setzt nur die Miete ins Verhältnis zum Kaufpreis. Die Nettomietrendite berücksichtigt zusätzlich die Kaufnebenkosten (im Nenner) und die nicht umlagefähigen laufenden Kosten (im Zähler) – deshalb fällt sie realistischer und niedriger aus.
Die Restschuld wird zum dann gültigen Zins neu finanziert (Anschlussfinanzierung). Ist der neue Zins höher, steigt deine Rate. Prüfe deshalb den „kritischen Anschlusszins": Er zeigt, ab welchem Zinssatz dein Cashflow nach Steuern negativ würde. Sondertilgungen und eine höhere Anfangstilgung senken dieses Risiko.
Deine Mieteinnahmen zählen zu den Einkünften aus Vermietung & Verpachtung. Davon abziehbar sind u. a. Zinsen, AfA, Verwaltung und Erhaltungsaufwand. Der verbleibende Überschuss wird mit deinem Grenzsteuersatz versteuert; ein Verlust senkt deine Steuer. Wichtig: Die Tilgung ist nicht absetzbar, da sie Vermögensaufbau ist.
Beim Verkauf einer vermieteten (nicht selbst genutzten) Immobilie innerhalb von 10 Jahren nach dem Kauf ist der Veräußerungsgewinn steuerpflichtig. Nach Ablauf der 10-Jahres-Frist ist der Verkauf im Privatvermögen steuerfrei. Für Fix & Flip ist das ein zentraler Punkt.